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Das menschliche Skelett

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Skelett (Schädel) - Bildrechte: Rainer Sturm / pixelio.de

Auf dieser Seite befassen wir uns mit dem menschlichen Skelett und damit, aus welchen Knochen es besteht. Ein Verständnis des menschlichen Skeletts ist auch wichtig um deine Muskulatur besser einschätzen und damit trainieren zu können. Insgesamt besteht unser Skelett aus etwa 212 Knochen.

Sehen wir uns zuerst allgemeine Informationen über den Hauptbestandteil unseres Skeletts – unsere Knochen – an:

  • Der Knochen ist ein selbständiges Organ mit eigener Blut- und Nervenversorgung.
  • Es gibt flache, kurze, lange und unregelmäßige Formen.
  • Besteht aus einem Mittelstück (Diaphyse) – hohl mit Fettmark = Röhrenknochen = lange Knochen – und Endstücken (Epiphysen) bestehend aus einer dünnen, kompakten Außenschicht (Kortikalis) und spongiösen Innenbereich (enthält rotes Knochenmark, ges. ca.2 kg > Blutzellen)
  • Die sog. Beinhaut (Periost) besteht aus straffem Bindegewebe mit Kambiumschicht. Sie bildet neues Knochengewebe, beispielsweise nach einem.
  • Flache Knochen sind beispielsweise Schulterblatt, Brustbein und Knochen des Schädeldaches. Sie haben außen und innen eine dünne Kompaktschicht dazwischen Spongiose, die beim Schädel Diploe genannt wird.
  • Knochen enstehen aus Mesenchym in direkter (desmale Osteogenese) oder knorpeliger Vorstufe sowie indirekter (enchondrale Osteogenese) Knochenbildung.
  • Bei der Knochenbildung spielen knorpelzerstörende (Chondroklasten) und knochenzerstörende (Osteoklasten) Zellen eine Rolle.
  • Nach einem Knochenbruch kann es zur Bildung eines Narbengewebes (Kallus) kommen, was wiederum bis zu einem Falschgelenk (Bruch heilt nicht – sog. Pseudarthrose) führen kann.

Das Rumpf Skelett

Die Wirbelsäule (Columna vertebralis) ist ein Teil des Rumpfskeletts. Die wichtigsten Informationen zur Wirbelsäule sind:

  • Ist ein segmental gegliedertes Skelettstück.
  • Sie besteht aus insgesamt aus ca. 33 Wirbeln:
    • 24 präsakralen Wirbeln = bewegliche Abschnitt der Wirbelsäule
      • 7 Zervikalwirbeln – Halswirbelsäule
      • 12 Thorakalwirbeln – Brustwirbelsäule
      • 5 Lumbalwirbeln- Lendenwirbelsäule
    • 5 verwachsenen Sakralwirbeln – Kreuzbein (os sacrum)
    • 3 – 6 rudimentäre Steißbeinwirbeln – Steißbein (os coccygis)
  • Die Wirbelsäule ist als Achsenskelett die wichtigste Stütze des Körpers, dient Rumpfbewegungen und schützt einen wichtigen Teil des Zentralnervensystems – das Rückenmark.
Die Wirbelsäule (Bildrechte: strichcode - pixelio.de)
Die Wirbelsäule (Bildrechte: strichcode – pixelio.de)

Die Wirbelsäule besteht aus einzelnen Wirbeln (vertebrae). Außer Atllas (1. Halswirbel – kein Corpus) sehen alle gleich aus. Vorne liegt der Wirbelkörper (Corpus), hinten der Wirbelbogen (Arcus), durch den Wirbelbogen entsteht das Wirbelloch (Foramen vertebrale) das ringförmig das Rückenmark umschließt. Am Wirbelbogen sitzen verschiedene Fortsätze: oben & unten jeweils 2 Gelenkfortsätze (Processus articulares), hinten ein Dornfortsatz (Processus spinosus), seitlich jeweils ein Querfortsatz (Processus transversus). Zwischen jedem Wirbel liegt eine Bandscheibe (Discus intervertebralis). Diese besteht aus äußerem Faserring und gallertartigem Kern. Die Halswirbeln (Zervikalwirbeln) haben ein Loch (Foramen processus transversi) im Bereich des Processus transversus, in dem eine Schlagader (Ateria vertebralis) zur Versorgung des Gehirns nach oben läuft. Atlas, der erste Halwirbel hat keinen Corpus, ist ringförmig und hat im Ring eine Ausnehmung für den Zahnfortsatz des 2. Halwirbels (Axsis). Dies ermöglicht die Drehung des Kopfes.

Brustwirbeln haben alle Merkmale eines Wirbels und zusätzlich seitlich am Corpus und am Querfortsatz Gelenkflächen für die Rippenbefestigung. Die Dornfortsätze sind lang und nach unten gerichtet. Die kräftigsten Wirbel sind die Lendenwirbel. Sie haben breite, hohe Wirbelkörper, die Gewicht tragen. Der Querfortsatz ist rückgebildet, stattdessen gibt es einen Pippenfortsatz (Processus costalis). Das Kreuzbein (Os sacrum) ist die Verbindung der Wirbelsäule mit dem Becken und somit mit den unteren Extremitäten. Es bildet einen Kanal (Canalis sacralis), in dem die unteren Rückenmarksnerven liegen. Das Rückenmark endet in Höhe des 2. Lendenwirbels. Die Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule sind der bewegl. Abschnitt (Beugen, Strecken, Seitneigen und Rotation) der Wirbelsäule. Zwischen den Wirbeln sitzen als Art Stoßpolster die Bandscheiben (Discus intervertebralis), bestehend aus einem äußeren Faserring (Anulus fibrosus) und aus inneren flüssigkeitsreichen Kern (Nucleus pulposus). Der Kern wirkt wie ein Wasserkissen und verteilt den Druck gleichmäßig auf die Bandscheiben. Durch eine Flüssigkeitsabnahme im Laufe des Tages von ca. 1 % sind wir am Abend etwas kleiner – das ist durch unsere Bandscheiben bedingt. Auch im Alter gibt es Flüssigkeitsverlust, dadurch verliert der Mensch an Körperhöhe. Bei Überlastung kann der Kern hinausgedrückt werden (Protrusion). Tritt er ganz aus dem Faserring aus, spricht man von einem Prolaps. Bei derartigen Bandscheibenschäden, die oft im Lunbalbereich vorkommen, wird immer öfter eine konservative Behandlung (nicht operativ) und erst später eine operative Entnahme (Versuch künstlicher Bandscheiben) angestrebt. Die wichtigste Verbindung der Wirbelknochen sind kleinere Wirbelgelenke und Bänder. Wirbelbogenbänder sind elastische Bänder die auch für die Wirbelsäulenspannung verantwortlich sind. Auch kleine Muskeln setzen an den Wirbelgelenken an, die wichtig für die Stabilität des Körpers sind. Einige Übungen um diese Stabilität zu trainieren findet ihr bei unseren Kräftigungsübungen.

Als Thorax wird der Brustkorb bezeichnet, an den auch unsere obere Extremitäten verankert sind. Die Bestandteile des Brustkorbs sind die Brustwirbelsäule, die Rippen und das Brustbein. Der Brustkorb schützt Brust- und Teile der Bauchhöhle. In der Brusthöhle liegen Organe wie das Herz, die Lungen und auch die Speiseröhre. Der Oberbauch wird von den Rippen geschützt. Dort sind Leber, Magen und Milz zu finden. Eine Rippe besteht aus knöchernem (Os costale) und knorpeligem (Contilago costalis) Teil, die Rippen sind durch Rippenzwischenräume getrennt. Der Mensch besitzt 12 Rippenpaare. 7 echte – sie stehen mit dem Brustbein (Sternum) in Verbindung und der Rippenkopf ist gelenkig mit dem Brustwirbelkörper verbunden. Die Rippen 8 – 10 bilden den knorpeligen Rippenbogen, 11 und 12 sind freiliegend in der Brustwand (Costae fluctuantes). Die Rippengelenke sind durch äußere und innere Bänder gesichert und erlauben das Heben und die Senkung der Rippen, wie bei der Brustatmung notwendig. Das Brustbein (Sternum) ist in 3 Abschnitte gegliedert:

  • Oberster Abschnitt: Handgriff (Manubrium), trägt Schlüsselbeine und das erste Rippenpaar
  • Mittlerer Abschnitt: Körper (Corpus) – mittlerer Teil
  • Unterer Abschnitt: Schwertfortsatz (Processus xiphoideus) – variabler Teil

Die Extremitäten

Die Extremitäten (Bildrechte: Henning Hraban Ramm / pixelio.de)
Die Extremitäten (Bildrechte: Henning Hraban Ramm / pixelio.de)

Der aufrechte Gang auf zwei Beinen (Bipedie) ermöglichte dem sich entwickelnden Menschen seine obere Extremitäten (Arme) als Greiforgan zu nutzen, da nur noch die unteren Extremitäten (Beine) zur Fortbewegung benötigt wurden. Jede Extremität ist am Rumpf verankert (Schultergürtel – Brustbein oder Beckengürtel – Kreuzbein). Extremitäten beginnen mit einem proximalen Oberteil (Oberarm, Oberschenkel), anschließend einen Mittelteil (Unterarm, Unterschenkel > 2 teilig) und enden mit einem distalen Element (Hand, Fuß – 3 – teilig z.B. Handwurzel, Mittelhand, Finger).

Das Skelett der oberen Extremität besteht aus dem Schultergürtel, der sich wiederum aus Schlüsselbein (Clavicula) und Schulterblatt (Scapula) zusammen setzt. Das Schulterblatt ist platt und dreieckig. An der Vorderseite liegt der Rabenschnabelfortsatz (Processus coracoideus), seitlich die ovale Gelenkspfanne (Cavitas glenoidalis). Der Oberarmknochen (Humerus) langer Röhrenknochen mit Diaphyse (Corpus humeri – Oberarmschaft), zeigt Vorsprünge für die Muskelbefestigung, nämlich proximal das Tuberculum majus und minus, distal das Epicondylus lateralis und medialis. Der Oberarmknochen hat proximal an den Epiphysen den Oberarmkopf (Caput humeri), distal zwei Gebilde, das Oberarmköpfchen (Capitulum humeri) und die Oberarmrolle (Trochlea humeri) zur Verbindung mit den Unterarmknochen Elle (Ulna). Dies ist der tragende Knochen, bildet proximal eine Zange mit Olecranon und Processus coronoideus, außerdem bildet sich eine Gelenksfläche mit Trachlea humeri, die andere mit dem Radiusköpfchen.  Distal bilden Radius und Ulna eine Gelenksverbindung (distales Radioulnargelenk).

Das Hand Skelett besteht aus Handwurzel (Carpus), Mittelhand (Metacarpus) und Fingern (Digiti). Die Handwurzelt besteht aus: Os scaphiodeum = Kahnbein, Os lunatum = Mondbein, Os triquetrum = Dreiecksbein, Os pisiforme = Erbsenbein, Os trapezium = gr. Vielecksbein, Os trapezoideum = kl. Vielecksbein, Os capitatum = Kopfbein, Os hamatum = Hakenbein. Um sich diese Vielzahl an kleinen Knochen zu merken, hier eine kleine Eselsbrücke: “Es fährt ein Kahn im Mondenschein im Dreieck um das Erbsenbein und zwei Vielecke werden im Kopf abgehakt.” Die fünf Mittelhandknochen (Ossa metacorpalia 1 – 5) zeigen proximal eine Basis in der Mitte einen Corpus und distal ein Caput. Der erste Metacarpalknochen ist plumper und kürzer da er den Beginn des Daumens bildet. An den Köpfen der Mittelhandknochen sitzen die Grundglieder der Finger. Die Finger (Digiti) sind: der Daumen (Pollex) bestehend aus 2 Glieder (Phalanges), der Grund – und Endphalanx. Die Fingerglieder: bestehen aus Basis, Corpus und Caput. Diese feinen Glieder erlauben eine präzise Greifbewegung.

Das Skelett der unteren Extremität kann als Stütz- und Fortbewegungsorgan bezeichnet werden. Es besteht aus dem Beckengürtel (geschlossener fester Ring) und Bein. Das Bein beginnt mit dem Oberschenkelknochen (Os femoris), auf dem die Kniescheibe (Patella) gleitet. Der Unterschenkel besteht aus Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula). Der daran angeschlossene Fuß (Pes) ist dreiteilig: Fußwurzel (Tarsus), Mittelfuß (Metatarsus) und Zehen (Digiti). Die Knochen des Beckens sind 2 Hüftbeine (Os coxae) und das Kreuzbein (Os Sacrum). Das Hüftbein entwickelt sich aus 3 Knochenstücken: dem Darmbein (Os ilium), Sitzbein (Os ischii) und Schambein (Os pubis). Diese verschmelzen im Bereich Hüftgelenkspfanne:

  • Darmbein bildet die Schaufel mit einen Kamm (Crista iliaca), der vorne Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior) endet
  • Darmbein hat Gelenksfläche zur Verbindung mit dem Kreuzbein (Facies auricularis)
  • Am Sitzbein findet man Sitzbeinhöcker (Tuber ischiadicum)
  • Am Schambein die beiden Schambeinäste, zur Umrahmung des verstopften Loches (Foramen obturatum)
  • Schambeine verbinden sich durch Schambeinfuge (Symphysis pubica)

Die Oberschenkelknochen sind das Os femoris, bestehend aus Kopf (Caput femoris), Hals (Collum femoris) und 2 Rollhöckern (Trochanter major und minor) die Muskelansatz fungieren. Der lange Schaft (Corpus) läuft distal in beide Fermurknorren aus (Candylus medialis und lateralis als Gelenkshöcker, Epicondylus medialis und lateralis als Muskelverankerung). An der Vorderseite erkennt man Gelenksfläche für die Kniescheibe (Patella), die sich übrigens erst im Alter von 6 Jahren ausgebildet hat. Der Unterschenkel besteht aus einem kräftigen Schienbein (Tibia) und dem schlanken Wadenbein (Fibula). Das Fußskelett beginnt proximal mit der Fußwurzel (Tarsus), bestehend aus 7 Fußwurzelknochen: Das Sprungbein (Talus) ist die Verbindung zu den Unterschenkelknochen, dem Kahnbein (Os naviculare), darauf 3 Keilbeine (Os cuneiforme mediale, Os cuneiforme Intermedi, Os cuneifarme laterale) sowie das Fersenbein (Calcaneus) und das Würfelbein (Os Cuboideum). Die 5 Mittelfußknochen (Os metatarsalia) zeigen Basis, Corpus und Caput. Der Mittelfußknochen der Großzehe (Hallux) ist der stärkste Knochen da er die Hauptlast beim Gehen, Laufen etc. trägt.

Diese Seite wurde anhand der Unterlagen aus der Vorlesung “Funktionelle Anatomie” gehalten von Dr. Firbas am Anatomischen Institut erstellt.

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Patrick J. Bauer

Patrick J. Bauer

Pat ist der Gründer und Hauptautor von 4yourfitness.com. Er ist Geschäftsführer eines Sportverbandes, Sportwissenschaftler, Dipl. Ernährungstrainer und Familienvater. Pat liebt Bodyweight Training und bloggt aus Leidenschaft um die Welt ein klein wenig fitter zu machen. Hier kannst du mehr über ihn erfahren.

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