Barfußschuhe sind bequem und gesund für deine Füße, sehen aber gewöhnungsbedürftig aus?
Der Vivobarefoot Gobi II Sneaker Leather beweist das Gegenteil.
In meinem Test erfährst du, wie sich der lässige Barfuß-Sneaker im Alltag trägt, was ihn von normalen Schuhen unterscheidet und warum sich meine Füße selbst nach längerem Tragen erstaunlich gut angefühlt haben.
Transparenzhinweis: Der Vivobarefoot Gobi II Sneaker Leather wurde mir vom Hersteller kostenlos für diesen redaktionellen Test zur Verfügung gestellt. Der folgende Artikel beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen mit dem Schuh.
Barfußschuhe sind gut für die Füße, sehen aber meistens ein wenig seltsam aus. Zumindest war das lange Zeit meine Meinung.
Breite Zehenbox, dünne Sohle und eine Form, bei der man schon aus zehn Metern Entfernung erkennt: Das ist kein normaler Sneaker. Aus gesundheitlicher Sicht mag das sinnvoll sein. Optisch hat es mich aber nicht immer überzeugt.
Der Vivobarefoot Gobi II Sneaker Leather zeigt, dass es auch anders geht. Er verbindet die typischen Eigenschaften eines Barfußschuhs mit einer klassischen Sneaker-Optik, die ich im Alltag tatsächlich gerne trage. Mehr noch: Für mich ist er der coolste Barfußschuh, den ich bisher gesehen habe.
Doch kann der Gobi II nicht nur gut aussehen? Wie fühlt er sich beim Gehen an, was unterscheidet ihn von einem gewöhnlichen Sneaker und was sagt die Wissenschaft grundsätzlich über Barfußschuhe? Genau darum geht es in diesem Test.

Warum Barfußgehen unseren Füßen guttut
Unsere Füße sind keine starren Sockel, die möglichst fest verpackt werden müssen. Sie sind komplexe Bewegungsorgane. Knochen, Gelenke, Sehnen, Bänder und zahlreiche kleine Muskeln arbeiten bei jedem Schritt zusammen. Sie stabilisieren das Fußgewölbe, passen den Fuß an den Untergrund an und helfen uns dabei, Kraft auf den Boden zu übertragen.
Wie bei jeder anderen Muskulatur gilt auch hier ein einfacher Grundsatz: Was du regelmäßig benutzt, kann sich anpassen. Was du dauerhaft entlastest, wird weniger gefordert.
Beim Barfußgehen dürfen sich die Zehen frei bewegen und der Fuß muss aktiv auf den Untergrund reagieren. Die kleinen Fußmuskeln werden gefordert, anstatt einen großen Teil ihrer Arbeit an eine steife Schuhkonstruktion abzugeben. Gleichzeitig erhält das Nervensystem mehr Rückmeldung darüber, wie der Fuß gerade aufsetzt und belastet wird.
Eine viel zitierte Studie von Curtis und Kolleg:innen liefert dazu spannende Ergebnisse. Gesunde Erwachsene trugen sechs Monate lang bei ihren Alltagsaktivitäten überwiegend minimalistisches Schuhwerk. Ihre Zehenbeugekraft nahm in diesem Zeitraum durchschnittlich um 57,4 Prozent zu. In der Studie ging es wohlgemerkt um Gehen und alltägliche Bewegung, nicht um Barfußlaufen im sportlichen Sinn.
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Die Zahl ist beeindruckend, sollte aber richtig eingeordnet werden. An der Interventionsgruppe nahmen nur 22 Personen teil, und gemessen wurde eine bestimmte Form der Fußkraft. Die Studie beweist daher nicht, dass Barfußschuhe automatisch alle Fußprobleme lösen, die Körperhaltung korrigieren oder Verletzungen verhindern. Sie zeigt aber sehr deutlich, dass minimalistisches Schuhwerk den Fuß im Alltag stärker fordern und dadurch kräftigen kann.
Wenn du mehr für deine Füße tun möchtest, findest du in meinem Artikel über die Regeneration der Füße nach dem Joggen zusätzliche praktische Tipps.
Was Barfußschuhe anders machen als normale Schuhe
Barfußschuhe sollen das Barfußgefühl nicht perfekt kopieren. Schließlich bleibt immer noch eine schützende Sohle zwischen dir und dem Boden. Sie versuchen aber, den Fuß deutlich weniger einzuschränken als viele klassische Alltagsschuhe.
Vier Merkmale sind dafür besonders wichtig:
1. Eine fußförmige Zehenbox
Viele herkömmliche Schuhe laufen vorne schmal zusammen. Das sieht elegant aus, drückt die Zehen aber in eine Form, die nicht ihrer natürlichen Anordnung entspricht. Ein guter Barfußschuh bietet vor allem im Vorfuß mehr Platz. Die Zehen können sich auffächern und eine breitere, stabilere Basis bilden.
2. Keine erhöhte Ferse
Bei klassischen Schuhen steht die Ferse meistens höher als der Vorfuß. Barfußschuhe verzichten in der Regel auf diese Sprengung. Ferse und Vorfuß befinden sich damit auf einer Ebene. Der Fuß steht neutraler im Schuh und Wade sowie Achillessehne arbeiten in einem anderen Bewegungsumfang als in Schuhen mit deutlich erhöhter Ferse.
3. Eine dünne Sohle
Eine dicke und stark gedämpfte Sohle filtert einen Teil der Informationen, die vom Boden kommen. Eine dünne Sohle lässt dich Unebenheiten und die Beschaffenheit des Untergrunds wesentlich deutlicher spüren. Das kann die Wahrnehmung verbessern, bedeutet aber auch, dass dein Körper wieder mehr Belastung selbst abfedern muss.
4. Hohe Flexibilität
Ein Barfußschuh sollte sich mit dem Fuß bewegen und nicht umgekehrt. Eine flexible Sohle erlaubt den Zehengrundgelenken und dem Fußgewölbe, ihre natürliche Arbeit zu verrichten. Genau dieses Prinzip passt auch zu meinem Zugang beim Training: Bewegungen sollen nicht künstlich eingeschränkt werden. Warum ein sinnvoll genutzter Bewegungsumfang so wichtig ist, zeige ich dir auch in meiner Anleitung zum richtigen Kniebeugen.
Barfußschuhe sind kein Freibrief: Gewöhne deine Füße langsam daran
Wenn du jahrelang fast ausschließlich Schuhe mit viel Dämpfung, starrer Sohle und erhöhter Ferse getragen hast, solltest du nicht von heute auf morgen vollständig auf Barfußschuhe umsteigen. Deine Muskeln können sich relativ rasch anpassen. Sehnen, Bänder und Knochen brauchen jedoch länger.
Besonders beim Laufen ist Vorsicht sinnvoll. Eine systematische Übersichtsarbeit zur Umstellung auf minimalistisches Schuhwerk zeigt, dass es bislang kein allgemein gültiges Übergangsprogramm gibt und Beschwerden beziehungsweise Verletzungen während der Umstellung vorkommen können. In einer weiteren Studie mit Läufer:innen wurden nach einer zehnwöchigen Umstellung bei einem Teil der Minimalistengruppe vermehrte Knochenmarködeme im Fuß beobachtet.
Für den Einstieg gilt deshalb: Erst gehen, dann an längere oder sportliche Belastungen denken.
Trage Barfußschuhe zunächst für kurze Wege und auf vertrautem Untergrund. Steigere die Dauer nur dann, wenn sich Füße, Waden und Achillessehnen auch am nächsten Tag gut anfühlen. Ein leichter Muskelkater ist normal, anhaltender oder stechender Schmerz nicht. Bei akuten Fußproblemen, ausgeprägten Fehlstellungen, Diabetes mit Sensibilitätsstörungen oder nach Verletzungen solltest du die Umstellung vorher medizinisch oder physiotherapeutisch abklären.
Für einen sanften Einstieg kannst du Barfußschuhe ganz einfach mit zusätzlichen Alltagswegen verbinden. Inspiration dafür findest du in meinem Artikel Mehr Schritte pro Tag: 11 Wege für mehr Spaß am Gehen.
Barfußschuhe müssen nicht wie Gesundheitsschuhe aussehen
Kommen wir zu dem Punkt, der mich am Gobi II zuerst angesprochen hat: seinem Design.
Der Schuh sieht auf den ersten Blick wie ein lässiger Ledersneaker aus. Die Farbe Limestone lässt sich unkompliziert kombinieren, die unterschiedlichen Lederstrukturen geben dem Schuh Charakter und das seitliche Wabenmuster setzt einen dezenten Akzent. Die für Barfußschuhe typische breite Form ist vorhanden, wirkt aber gut in das gesamte Design integriert.
Genau das ist für mich eine große Stärke. Ich möchte die Vorteile eines Barfußschuhs nutzen, ohne dass der Schuh bei jedem Outfit sofort wie ein funktionelles Gesundheitsprodukt aussieht. Der Gobi II kann zu Jeans und T-Shirt getragen werden, wirkt aber auch gepflegt genug für viele berufliche Alltagssituationen.
Kurz gesagt: Der Gobi II sieht nicht nur für einen Barfußschuh gut aus. Er sieht einfach gut aus. Für mich ist er sogar der coolste Barfußschuh, den ich bisher gesehen habe.

Der Vivobarefoot Gobi II Sneaker Leather im Detail
Hinter der klassischen Sneakerform steckt eine typische Barfußkonstruktion. Laut Hersteller besteht der Gobi II zu 98 Prozent aus natürlichen Materialien. Die NFW Pliant Außensohle wird aus 100 Prozent natürlichen Materialien beziehungsweise Naturkautschuk hergestellt.
Die wichtigsten Produktdetails im Überblick:
- 2,4 Millimeter dünner Sohlenbereich
- 1,3 Millimeter Profiltiefe
- breite, fußförmige Passform
- flexible NFW Pliant Außensohle aus Naturkautschuk
- Korkeinlegesohle mit natürlichen antibakteriellen Eigenschaften
- Lederfußbett und Lederfutter
- Schnürsenkel aus Bio-Baumwolle
- laut Hersteller größengerechte Passform (kann ich bestätigen)
- 396 Gramm pro Schuh in der angegebenen Referenzgröße
- hergestellt in Vietnam
- regulärer Preis zum Testzeitpunkt: 160 Euro
Vivobarefoot bietet für das Modell außerdem einen 100-Tage-Testlauf nach den Bedingungen des Herstellers an. Alle aktuellen Angaben zu Preis, verfügbaren Größen und Rückgabe findest du direkt auf der Produktseite des Gobi II Sneaker Leather.

Mein Test: Wie fühlt sich der Gobi II beim Gehen an?
Das Laufgefühl ist wirklich richtig gut. Wobei „Laufgefühl“ hier das Gefühl beim Gehen meint: Der Gobi II ist ein Lifestyle-Sneaker und kein spezieller Laufschuh.
Durch die dünne, flexible Sohle stehst du deutlich direkter auf dem Boden als in einem gewöhnlichen Sneaker. Der Fuß kann bei jedem Schritt arbeiten und abrollen, während die breite Zehenbox den Zehen den Platz gibt, den sie brauchen. Das fühlt sich anfangs ungewohnt an, wenn du hauptsächlich stark gedämpfte Schuhe trägst. Für mich ist es inzwischen aber genau dieses unmittelbare Gefühl, das den Reiz ausmacht.
Da ich mit meinen Schuhen nicht nur gehe, sondern damit auch im Handstand stehe, habe ich bemerkt, dass ich die Sohle mit meinen Füßen krümmen kann – das kenne ich von anderen Schuhen nicht und unterstreicht nochmal die Flexibilität der Sohle.

Besonders bemerkenswert finde ich, wie sich meine Füße nach dem Tragen anfühlen. Wenn ich die Schuhe ausziehe, fühlen sie sich erstaunlich gut an. Nicht eingequetscht und nicht so, als müssten sie sich erst wieder vom Schuh erholen. Dieses Gefühl ist schwer über technische Daten zu erklären, im Alltag aber wahrscheinlich das beste Argument für den Gobi II.
Auch das Lederfußbett trägt zum angenehmen Eindruck bei. Der Schuh ist ausdrücklich dafür gedacht, bei Bedarf ohne Socken getragen zu werden. Ob du das möchtest, ist natürlich Geschmackssache. Die Korkeinlegesohle passt jedenfalls gut zum natürlichen Konzept des Sneakers.
Wo liegen die Grenzen des Gobi II?
So positiv mein Eindruck ist, der Gobi II ist nicht für jede Person und jeden Zweck der richtige Schuh.
Mit 160 Euro ist er deutlich teurer als viele gewöhnliche Lifestyle-Sneaker. Das natürliche Materialkonzept, die Lederverarbeitung und die spezielle Sohlenkonstruktion relativieren den Preis.
Auch das direkte Bodengefühl muss man mögen. Wenn du bei jedem Schritt eine weiche, stark gedämpfte Sohle erwartest, wird sich der Gobi II zunächst ungewohnt hart anfühlen. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern das Grundprinzip eines Barfußschuhs.
Das helle Limestone-Leder verlangt außerdem etwas Aufmerksamkeit. Vivobarefoot empfiehlt, Schmutz abzubürsten und den Schuh mit einem trockenen Tuch zu reinigen. Zum Trocknen solltest du die Einlegesohle herausnehmen und den Schuh weder auf die Heizung stellen noch direkter Sonne aussetzen.
Und noch einmal wichtig: Der Gobi II ist für den Alltag und die Stadt konzipiert. Für Lauftraining, anspruchsvolle Trails oder Sportarten mit schnellen Richtungswechseln solltest du ein Modell wählen, das ausdrücklich für den jeweiligen Einsatz entwickelt wurde.
Für wen eignet sich der Vivobarefoot Gobi II?
Der Gobi II ist aus meiner Sicht besonders interessant für dich, wenn du:
- im Alltag schrittweise auf Barfußschuhe umsteigen möchtest,
- deinen Zehen mehr Platz geben willst,
- ein direktes und natürliches Bodengefühl magst,
- Wert auf einen hohen Anteil natürlicher Materialien legst und
- einen Barfußschuh suchst, der wie ein lässiger Sneaker aussieht.
Weniger passend ist er, wenn du maximale Dämpfung brauchst, einen veganen Schuh suchst oder ein Modell fürs Lauftraining erwartest.
Mein Fazit zum Vivobarefoot Gobi II Sneaker Leather
Der Gobi II löst für mich eines der größten Probleme vieler Barfußschuhe: Du musst dich nicht zwischen Funktion und Optik entscheiden.
Er bietet viel Platz für die Zehen, eine dünne und flexible Sohle sowie ein direktes Bodengefühl. Gleichzeitig sieht er aus wie ein moderner Ledersneaker, den ich gerne im Alltag trage. Das Laufgefühl ist hervorragend und meine Füße fühlen sich selbst nach dem Ausziehen erstaunlich gut an.
Natürlich macht ein Schuh allein noch keine gesunden Füße. Entscheidend ist, wie du ihn nutzt und ob du deinem Körper genügend Zeit für die Umstellung gibst. Wenn du dabei vernünftig vorgehst, kann minimalistisches Schuhwerk aber eine unkomplizierte Möglichkeit sein, deine Füße im Alltag wieder mehr arbeiten zu lassen.
Für mich ist der Vivobarefoot Gobi II Sneaker Leather deshalb nicht nur ein überzeugender Barfußschuh. Er ist auch der coolste, den ich bisher gesehen habe.
Starke Füße sind übrigens nur ein Teil eines starken Körpers. Wenn du das natürliche Bewegungsgefühl auch in dein Training mitnehmen möchtest, findest du in meinem PAT Bodyweight Training ein durchdachtes System für effektives Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht. Ohne Fitnessstudio und ohne unnötig komplizierte Übungen.
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