Mein Herz hörte auf zu schlagen.
Fünf Stunden später wachte ich auf …
Mein ganzer Körper schmerzte und ich stellte mir die Frage: Ist alles gut gegangen?
In diesem Herzoperation Erfahrungsbericht zeige ich dir, was ich aus meiner Herz-OP gelernt habe – und was du daraus für dich mitnehmen kannst.
Aber fangen wir am Anfang an.
Dieser Artikel ist ein sehr persönlicher. Das Schreiben hat mir dabei geholfen, besser mit den Aus- und Nachwirkungen eines großen Einschnittes in meinem Leben umzugehen. Natürlich sollst du aber nicht nur etwas über mich erfahren, sondern auch praktische Tipps für deine Fitness und dein Leben mit nach Hause nehmen können.
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Um welche Prüfung geht es?
Es begann vor rund 20 Jahren, als ich mich zur Sporttauglichkeitsuntersuchung für das Sportstudium aufmachte. Ich hatte an dieser Stelle schon kurz darüber berichtet: Motivation zum Dranbleiben: Warum mache ich das überhaupt? Ich war damals rund 20 Jahre alt und erfuhr, dass ich einen angeborenen Herzfehler hatte. Genauer: Meine Aortenklappe war bicuspid angelegt. Das heißt, statt der regulären 3 Klappensegel, hat meine seit Geburt an nur 2 Klappensegel. Das ist der häufigste angeborene Herzklappenfehler und kommt bei rund 1-2 % der Bevölkerung vor.
Man spricht dann von einer Aortenklappeninsuffizienz, da die Klappe nicht ausreichend abdichtet und immer wieder Blut ins Herz zurückfließt. Das gesunde Herz kann das allerdings recht gut kompensieren, indem es größer und stärker wird. Leider kann es das aber nicht endlos und so war schon früh klar, dass wahrscheinlich in der Mitte meines Lebens eine Operation nötig sein wird, um die Klappe zu reparieren und dem Herz zu helfen. Zum Glück behinderte mich der Klappenfehler mein ganzes Leben nicht, ich durfte den Sport machen, den ich wollte, lief Halbmarathons in 1h37min und war selbst Ende 2024 noch leistungsfähig genug, um österreichischer Vizemeister im Ninja-Sport zu werden.
Seitdem ich über den Herzklappenfehler bescheid wusste, war ich jährlich bei der Kontrolle und machte ein Herz-Ultraschall. In den letzten Jahren dann schon halbjährlich in der “Ambulanz für angeborene Herzfehler” im AKH Wien, weil klar war, dass bald etwas gemacht werden muss. Da es einige Optionen gibt (mechanische Klappe, Spenderklappe, tierische Klappe, Rekonstruktion, etc.) wollte ich mich neben den Untersuchungen bei den Kariologen letzten Herbst auch einmal beim Chirurgen informieren, welche Operationsmethode er mir empfehlen würde. Mir war jedenfalls wichtig, dass ich nicht lebenslang Medikamente nehmen muss und ich meine Leistungsfähigkeit nach der Operation bald wieder erlangen und weiterhin erhalten kann – sprich: Sport sollte auch nach der Operation ohne Einschränkungen möglich sein.
Per Zufall und wohl auch ein wenig Glück landete ich dann für ein Erstgespräch beim Leiter der Herzchirurgie des AKH Wien, Dr. Daniel Zimpfer. Eigentlich wollte ich ja nur darüber sprechen, welche Methoden in Frage kämen. Das erklärte er mir auch:
- Option A: Aortenklappenrekonstruktion
Dabei wird das körpereigene Klappengewebe verwendet um es so zu rekonstruieren, dass es wieder besser abdichtet. - Option B: Ross-Operation
Dabei wird die körpereigene Pulmonalklappe entnommen und an die Stelle der defekten Aortenklappe gesetzt. An den Platz der Pulmonalklappe kommt eine menschliche Spenderklappe, ein sogenannter dezellularisierter Homocraft.
Schnell wurde aber klar, dass Dr. Zimpfer mir schon jetzt eine Operation empfehlen wollte. Etwas überrascht willigte ich ein (zum Glück wie mir später klar wurde) und bekam Ende 2024 schon meinen Operationstermin: 9. April 2025.
Nun war es also soweit. Das, wovor ich mein Leben lang Angst hatte, war eingetreten.
Ich musste mich einer Herz-Operation am offenen Herzen und unter Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine stellen. Ich war kurz davor noch am Peak meiner Leistungsfähigkeit, belegte im Oktober den 2. Platz bei den Österreichischen Meisterschaften im Ninja Sport und hatte nun noch rund 4 Monate Zeit bis ich auf Leistungslevel 0 zurück gestellt werden würde …
Die Zeit bis zur Operation
Die Monate vor der Herz Operation fühlten sich seltsam an.
Außerdem hatte ich das Gefühl, erstmals auch etwas von meiner defekten Herzklappe zu merken. Ich konnte beispielsweise beim Silvesterlauf nicht so schnell laufen, wie ich wollte – mein Herz meldete sich und ich musste abbremsen. Kein gutes Gefühl. Hier war ich erstmals froh, dass ich den Operationstermin schon hatte und mir nicht noch länger Zeit gelassen hatte.
Ein paar Wochen später kippte ich erstmals auch in der Sauna (nach dem Saunagang beim Abkühlen) um. Ich verletzte mich zu Glück nicht, aber auch das war wohl ein Warnsignal, dass es Zeit war …
So verging Woche um Woche, einige Untersuchungen wie CT der Aorta, Vorgespräche mit Anästhesisten, Lungenröntgen, Zahnstatus, etc. standen an und die Operation kam immer näher.
Die Operation
Am 8. April war es schließlich soweit. Meine Sachen waren gepackt und ich machte mich auf den Weg ins AKH Wien, wo ich um 10 Uhr auf der Station 20D aufgenommen werden sollte.
Nachdem noch ein paar Voruntersuchungen, Blutabnahmen, etc. gemacht wurden, durfte ich gegen 14 Uhr mein Zimmer beziehen. Ich machte auch noch bei einer Studie mit, die die Korrelation zwischen Herzgesundheit und Genauigkeit der Vorhersage bei MRT-Untersuchungen überprüfte. Dazu wurde auch noch ein Geh-Test mit mir gemacht. Ich sollte in 6 Minuten so oft eine 50-Meter Strecke, markiert in einem Krankenhausgang mit 2 Hütchen, abgehen wie ich konnte. Ich stellte einen neuen Rekord auf …
Am Abend kroch dann langsam Nervosität in mir hoch und ich verabschiedete mich von meiner Frau Martina, da ich davon ausging, dass ich sie vor der Operation das letzte Mal gesehen hatte.
Vom Pflegeteam bekam ich noch die Info, dass ich ab 6 Uhr morgens bereits sein soll, also schon mit dem speziellen Duschgel geduscht, das ich bekommen hatte und im hinten offenen Krankenhaushemd und ansonsten nackt. Natürlich musste ich auch nüchtern sein, das letzte Essen gab es am Nachmittag davor gegen 17 Uhr. Das letzte Wasser um Mitternacht.
So wartete ich ab 6 Uhr in meinem Zimmer und dachte jedes Mal, wenn die Zimmertüre aufging, dass ich zur Operation abgeholt werde. Eine genaue Uhrzeit wurde mir nicht genannt.
Es war dann bald 8 Uhr und das Warten wurde langsam unerträglich. Schließlich war es 10 Uhr. Der Hunger und der Durst waren groß, das Warten war mühsam, ich konnte kaum einen klaren Gedanken fassen.
Es wurde 12 Uhr und ich bekam die Info, dass es wohl die Nachmittags-OP um 14 Uhr sein würde …
Also wartete ich weiter. Nüchtern. Es wurde 14 Uhr. Nichts geschah.
Um 15 Uhr bekam ich dann die Nachricht: Aus Kapazitätsgründen musste meine Operation verschoben werden. Ich bekam etwas zu essen und wurde wieder nach Hause geschickt.
Zuerst fühlte es sich wie ein schlechter Scherz an, nachdem sich der Leiter der Herzchirurgie auch persönlich bei mir entschuldigt hatte und auf Krankenstände bei OP-Schwestern verwies, die meine OP an dem Tag nicht zuließen, ging es nach Hause.
Der neue Termin stand auch schon fest: Eine Woche später sollte ich am 15.4. um 15 Uhr aufgenommen werden und am 16.4. am Vormittag operiert werden. “Bombenfest” war dieser Termin nun, hieß es.
Also ging es wieder nach Hause, nahm mir noch ein paar Tage Urlaub und konnte die Zeit noch mit meiner Familie genießen, das hat uns im Endeffekt ganz gut getan. So war nicht alles so stressig, wie eine Woche davor.
Der zweite Anlauf zur Herz-OP
Also machte ich mich am 15.4. wieder auf den Weg ins AKH.

Diesmal lief alles glatt. Am Folgetag – 16.4.2025 – schrieb ich meiner Frau um 8.15 Uhr per Whats App, dass ich abgeholt werde. Mit dem Krankenbett ging es dann runter in den OP. Dort wartete ich noch eine Weile, wurde schließlich für die Operation vorbereitet und in den OP gebracht. Dort wurde mir bald ein Beruhigungsmittel verabreicht und eine Maske aufgesetzt. Schnell war ich eingeschlafen und die OP begann gegen 9 Uhr und sollte gut 5 Stunden dauern.
Gegen 16 Uhr bin ich schließlich auf der Intensivstation aufgewacht.
Meine Frau Martina war kurz darauf schon bei mir und sie war froh, dass ich ihre Blicke erwidern konnte. Sprechen ging hingegen wegen der künstlichen Beatmung zunächst nicht, die kam aber bald weg und dann klappte auch das. Die Schmerzen waren Anfangs vor allem im Hals noch groß (wegen der Beatmungsentfernung). Ich durfte bald sogar die ersten Löffel Joghurt essen. Die Details der Operation erspare ich dir. Wenn du es genau wissen möchtest, kannst du hier nachlesen.
Ich musste eine Nacht auf der Intensivstation zur Beobachtung bleiben. Dort bekam ich auch eine Sternum-Blockade – nicht angenehm: Mit zwei größeren Spritzen wurde mir das Brustbein lokal betäubt, damit die Schmerzen nachlassen. Vielleicht hat auch das geholfen, weil Schmerzen waren nur zu Beginn beim Husten, Schlucken und Niesen ein Problem.
Am Tag nach der Operation durfte ich auch schon auf die Normalstation. Das Schlimmste waren gar nicht die Schmerzen, sondern dass ich nicht schlafen und mich nicht bewegen konnte. Das wurde zwar Tag für Tag besser, aber nur langsam. Erst am Montag war es dank viel weniger Schläuchen (keine Drainage-Schläuche mehr, kein Harn-Katheder mehr, etc.) erstmals viel besser.
Eine Kardiologin meinte zu mir, es sei kein Wunder, dass mir der Schlaf Probleme mache. Ich solle mir vorstellen, dass meine Seele ja dachte, dass ich tot sei, als mein Herz zu schlagen aufgehört hatte. Und jetzt gehe ich wieder herum, das muss die Seele erst wieder verdauen …
Es klingt wie ein Scherz, aber ich konnte damit etwas anfangen. Es fühlte sich – vielleicht lag es auch am Schlafentzug, den Schmerzmitteln oder den Narkosenachwirkungen – in den ersten Tagen wirklich so an, als ob ich noch nicht wirklich wieder ganz im Leben wäre …
Meine Mobilität war zu Beginn noch stark eingeschränkt. Besser gesagt: Nicht vorhanden.
Aufstehen ging am 3. Tag nach der OP und ein paar Schritte mit dem Rollator fahren. Das wurde schnell besser. Nach einer Woche konnte ich schon selbständig bis zum Auto in die Tiefgarage gehen. Stiegen steigen machte mir hingegen noch Probleme.
Kurz vor der Entlassung bekam ich nach dem Herzultraschall noch die schlechte Nachricht, dass ich einige Medikamente mehr schlucken werden muss – zumindest zu Beginn. Es waren dann tatsächlich 10 unterschiedliche Medikamente. Von Betablockern, über Blutverdünner, Schmerzmittel und Magenschutz und Medikamente für Herzschwäche.
Das war so eigentlich nicht geplant, dachte ich mir. Es sollte doch ohne Medikamente gehen – ja, aber nur langfristig. Jetzt brauchte ich sie. Nach einer Woche wurde auch schon auf 5 Medikamente reduziert. Später zum REHA Start auf 4: Entresto, Jardiance, Concor und Xarelto.
Die ersten Wochen zuhause
Ich war sehr froh, wieder daheim zu sein. Meine Familie kümmerte sich sehr gut um mich. Danke euch! 🙂
Ca. eine Woche nach der Entlassung trat Vorhofflimmern bei mir auf. Das ist recht unangenehm. Es fühlt sich an, wie wein dein Herz lauter Extraschläge macht und in deiner Brust herumhüpfen will. Kurz darauf hatte ich aber schon den Kontrolltermin im AKH und dort wurde meine Medikation entsprechend verändert, was das Vorhofflimmern schnell beendete. Es tritt häufiger nach schwereren Herz OPs auf, verschwindet dann aber auch wieder, wenn sich das Herz auf die neue Situation eingestellt hat. Das Positive an der Kontrolle war, dass schon eine Woche nach der Entlassung wieder eine Steigerung der Herzleistung im Ultraschall feststellbar war.

Ab Woche 2 nach der Entlassung begann ich mit kleineren Spaziergängen und ich konnte schon alles selbständig machen und brauchte keine Hilfe mehr (außer wenn ich etwas Schwereres heben – mit Sternotomie darf man nur max. 1,5 kg pro Seite heben – musste oder von weiter oben etwas brauchte). Ich habe viel gelesen, etwas Computer gespielt (den Klassiker Roller Coaster Tycoon) und viel Zeit für die Familie gehabt.
Ab Woche 3 nach der Entlassung, also in der 4. Woche nach der Operation, ging es mir schon so gut, dass ich kleinere Arbeiten im Haushalt wieder übernehmen konnte. Zum Beispiel Geschirrspüler ausräumen, Windel wechseln bei unserem Kleinen, etc. Auch das Stiegen steigen wurde besser und ich kam ohne Probleme in den 1. Stock. Am Montag, 12. Mai – also knapp 4 Wochen nach dem Eingriff schaffte ich erstmals wieder meine angepeilten 10.000 Schritte pro Tag.
Soweit so gut, nun stand die dreiwöchige REHA im PVA REHA-Zentrum Bad Tatzmannsdorf am Programm und wir kommen langsam zum Ende meines Herzoperation Erfahrungsberichtes.
Die REHA in Bad Tatzmannsdorf
Am 13. Mai checkte ich um 7 Uhr ein und wurde gleich einmal durchuntersucht. Das war dann auch am Folgetag noch so: Ultraschall, Blutabnahme, Urinabgabe, Arztgespräch, Gespräch mit der Pflege, Belastungs EKG, etc. Erfreulich beim Belastungs EKG am Ergometer war, dass ich schon 87 % der errechneten Leistung eines gesunden, untrainierten 41-Jährigen fahren konnte.
Dann ging es am Folgetag auch schon mit den Therapien los: Massage, Ergometerfahren, Wandergruppe, etc. Am 3. Tag durfte ich auch erstmals ins Fitnessstudio.
Ich wusste, es lag noch ein langer Weg vor mir, um wieder auf mein altes Level zu kommen. Aber ich wusste auch: Ich bin bereit, diesen Weg zu gehen!
Herzoperation Erfahrungsbericht – Was ich aus meiner OP gelernt habe
Mein Herz hat aufgehört zu schlagen.
Fünf Stunden später bin ich wieder aufgewacht – schmerzgeplagt, verunsichert und voller Fragen: Bin ich noch derselbe? Ist alles gut gegangen?
Heute, einige Wochen nach meiner Herzoperation, weiß ich: Es ist nicht alles wie vorher – aber es ist gut. Und ich habe verdammt viel gelernt. Nicht nur über meinen Körper. Sondern auch über das Leben. In diesem Artikel habe ich dich mit auf meine Reise genommen und zeige dir nun, was du für deine Gesundheit, dein Training und deinen Alltag mitnehmen kannst.
Ich brauche spätestens jetzt deine volle Aufmerksamkeit!
#1 Geduld ist mehr als nur Warten
Ich bin nicht gerade für meine Geduld bekannt. Ich liebe Fortschritt, mag Tempo, will Dinge erledigt sehen. Aber diese OP hat mir etwas beigebracht: Heilung braucht Zeit. Punkt. Und nicht alles lässt sich beschleunigen – weder mit Willenskraft noch mit Disziplin. Akzeptanz ist manchmal der klügere Weg.
#2 Dein Herz – dein Motor
Was das Herz für dich bedeutet, merkst du erst, wenn es schwächelt. Mein angeborener Klappenfehler hatte mich mein Leben lang begleitet, aber nie eingeschränkt. Doch als es ernst wurde, wurde mir klar: Das Herz ist nicht nur ein Muskel. Es ist das Zentrum deines Körpers – und oft auch das Zentrum deiner Emotionen. Hör auf dein Herz – im übertragenen wie im echten Sinne.
#3 Training geht immer – auf jedem Level
Direkt nach der OP konnte ich kaum stehen. Rollator, kurze Schritte, Treppen als Endgegner. Aber Bewegung war trotzdem möglich. Kleine Fortschritte. Jeden Tag ein paar Meter mehr. Genau das ist auch der Gedanke hinter meinem P.A.T. Bodyweight Training: Training, das sich an dich anpasst. Das mit dir wächst. Egal, wo du startest.
#4 Unfit sein fühlt sich mies an
Im Belastungs-EKG der Reha schnitt ich mit 87 % eines untrainierten Gleichaltrigen ab – und ich fühlte mich schlapp. Da wurde mir klar: Wenn das schon fast wieder der Durchschnitt ist, dann will ich nicht wissen, wie mies sich viele Menschen tagtäglich fühlen – ohne es wirklich zu wissen (sie kennen es nicht anders). Wer nie trainiert hat, weiß gar nicht, wie viel Energie eigentlich möglich wäre. Also ein Argument mehr für dich, mit dem Training zu beginnen!
#5 Sozialer Zusammenhalt ist Medizin
Ich hatte fantastische Unterstützung – von meiner Frau, meiner Familie, dem Pflegepersonal. Alle haben mitgetragen. Und das hat gewirkt. Nicht nur emotional, sondern auch physisch. Studien zeigen längst, dass soziale Unterstützung Heilungsprozesse messbar verbessern kann. Gib – und du wirst bekommen. Ein Prinzip, das auch fürs Training gilt.
#6 Muscle Memory rockt
Der Körper merkt sich, was er kann. Und auch wenn’s mühsam war: Nach wenigen Wochen konnte ich wieder 10.000 Schritte pro Tag machen, kleine Hausarbeiten übernehmen, mich frei bewegen. Und bei der Bring Sally Up Challenge mit 20 Mitpatienten im Turnsaal haben meine Beine auch gewusst, was zu tun war. Wer einmal fit war, kommt leichter zurück. Also: Baue dir eine Basis auf – du weißt nie, wann du sie brauchst.
#7 Dankbarkeit verändert alles
Ich habe eine neue Herzklappe. Und ein neues Verhältnis zum Leben. Ich bin dankbar – für das, was Medizin möglich macht, für mein Umfeld, für meine Gesundheit, für das was in Österreich alles möglich ist (schwierige OP, REHA, etc.). Das verändert den Blick auf die Welt. Und auf die kleinen Dinge, die oft zu kurz kommen.
#8 Fake it till you make it – funktioniert
Der erste Spaziergang mit dem Rollator. Das erste Mal aufstehen. Das erste Mal wieder lachen. Ich habe so getan, als wäre ich stark. Und irgendwann war ich es wirklich wieder. Dieses Mindset hat mich getragen. Und es wird dich auch tragen, wenn du es zulässt. Ich bin tatsächlich im Bett gelegen und habe gelacht. Mir war zum Heulen, ein paar Tage nach der OP, aber ich habe gelacht. Habe mich zum Lachen gezwungen. Es hilft schon, wenn du die Mimik entsprechend veränderst, du musst nicht mal laut lachen. Deine Laune verbessert sich, du wirst sehen.
#9 Vertrauen beginnt, wo Kontrolle endet
Ich bin ein Macher. Ich plane, organisiere, packe an. Aber in diesem OP-Saal hatte ich null Kontrolle. Ab dem Moment, wo die Narkose wirkte, lag mein Leben in anderen Händen. Und weißt du was? Das war beängstigend – aber auch heilsam. Denn ich habe erkannt: Kontrolle ist oft nur ein Gefühl. Vertrauen ist eine Entscheidung. Ich habe mich entschieden, zu vertrauen. In die Ärzt:innen. In meinen Körper. In das Leben. Und auch in das, was danach kommt. Dieses Vertrauen hat mich getragen – und trägt mich noch immer. Vielleicht ist genau das auch für dich wichtig und richtig: Weniger festhalten, mehr loslassen. Weniger kontrollieren, mehr vertrauen.
Fazit & dein nächster Schritt
Eine Herzoperation verändert dich. Aber sie nimmt dir nicht alles. Sie kann dir sogar mehr zurückgeben, als du vorher hattest – wenn du bereit bist, zuzuhören, zu lernen und zu handeln.
Wenn du das hier liest, weil du selbst gerade in einer schwierigen Situation steckst: Du bist nicht allein. Und du kannst stärker aus dieser Zeit hervorgehen.
Wenn du bereit bist, deinen Körper zu stärken – körperlich wie mental – dann ist jetzt der beste Zeitpunkt. Hier findest du mein Bodyweight Trainingssystem, das dich auf jedem Level begleitet – ganz ohne Geräte, aber mit maximalem Impact.
Und vielleicht habe ich auf REHA ja auch Zeit, etwas Neues für dich zu entwickeln …
Bleib dran und du wirst es bald wissen!
4 replies to "Herzoperation Erfahrungsbericht: Meine bisher schwerste Prüfung (und was du daraus lernen kannst)"
Vielen Dank fürs Teilen! Deine positive Haltung ist toll und ich wünsche Dir eine gute, zügige Genesung, damit du deinen Beruf und dein Hobby Fitness weiterhin gut ausüben kannst. – Lissy
Danke dir, Lissy! 🙂
Viele Grüße, Pat
Lieber Patrick,
nochmals erstmal eine weitere rasche Genesung und gute Erholung auf der Reha!
So ein toller Eintrag über dein “Herzensprojekt” und wir alle wissen bald bist du wieder bei gewohnter Stärke, aber bitte lass dir Zeit und höre auf deinen Körper 😀
liebste Grüße
Patrick
Danke dir, mache ich!
Viele Grüße
Pat